Wormuth / Schneider (Hrsg.)
Baulexikon - Über 5000 technische Begriffe aus dem baubetrieblichen Alltag
Ob Rechtsanwalt oder Techniker: Bestimmte Begriffe und Bezeichnungen schlägt man lieber noch einmal nach,
weil deren genaue Bedeutung nicht klar ist. Das Baulexikon hält für Sie über 5000 Begriffe aus dem technischen
und baubetrieblichen Alltag bereit. Die Fachbegriffe sind untereinander hypertextmäßig verknüpft.
Ziel des 25-köpfigen Autorenteams, das aus Hochschullehrern der jeweiligen Fachgebiete besteht, ist eine kurze
und auch für den Laien verständliche Begriffserläuterung.
Nähere Angaben zum Werk
ibr-online. Die Datenbank für
Bau-, Architekten- und Immobilienrecht.
Bau-, Architekten- und Immobilienrecht.
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- UELN
- United European Levelling Network, ein für ganz Europa geplantes, einheitliches Höhensystem, dessen Höhenfestlegung auf dem Pegel von Amsterdam beruht.
- Ufer
- seitlicher Teil des Gewässerbettes.
- Uferdeckwerk
- Bauwerk zur Befestigung eines geböschten Ufers, auch kombiniert mit ingenieurbiologischen Mitteln.
- Uferfiltrat
- Seihwasser;
Wasser, das aus oberirdischen Gewässern in die Erdrinde eindringt, ausgenommen durch Versinkung [DIN 4046 Wasserversorgung]. - Uferwand
- Bauwerk zur Befestigung eines senkrechten oder nahezu senkrechten Ufers (z. B. Spundwand, Pfahlwand, Bohlwand, massive Konstruktion).
- UIA
- Union Internationale des Architectes.
- UIFA
- Union Internationale des Femmes Architectes.
- Ulme
- unterer seitlicher Bereich an einer Tunnelwandung, siehe Tunnelbau.
- Ulmenstollenvortrieb
- Bauverfahren beim Tunnelbau mit Teilausbrüchen (siehe Ausbruch und Vortrieb), auch als Kernbauweise oder deutsche Bauweise bezeichnet.
- Ultraschallprüfung (von Beton)
- zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Abschätzung der Gleichmäßigkeit des Betongefüges und zur Ermittlung von Fehlstellen mittels Durchschallung des Bauteils. Liegt eine Korrelation zwi-schen Festigkeit und Schallgeschwindigkeit vor, kann auch die Betonfestigkeit abgeschätzt werden.
- umbauter Raum
- nur noch in der II. Berechnungsverordnung verwendete Bezeichnung für das Gebäudevolumen;
vgl. Bruttorauminhalt. - Umkehrdach
- der übliche Dachaufbau eines Flachdachs ist hier umgekehrt. Die Wärmedämmung liegt über der Dachabdichtung und muss infolgedessen gegen Abheben gesichert werden.
- Umladestationen (für Abfälle)
- Einrichtungen zur Zwischenlagerung und zum Umschlag von Abfällen. In den U. werden die Abfälle gesammelt, verdichtet und anschließend mit Spezialfahrzeugen zur zentralen Abfallbehandlungsanlage weitertransportiert.
- Umlauf
- mit Schützen verschließbare Leitung zwischen Oberwasser und Schleusenkammer oder zwischen Schleusenkammer und Unterwasser zum Füllen bzw. Leeren der Schleusenkammer.
- Umlaufbecken
- Belebungsgraben, ringförmiges Belebungsbecken zur aeroben Abwasserbehandlung, dem ein Nachklärbecken nachgeschaltet ist [DIN 4045 Abwassertechnik].
- Umlaufnetz
- ein Wasserversorgungsnetz;
entsteht aus dem Verästelungsnetz durch Verbindung der Leitungsendpunkte untereinander;
jede Stelle des Rohrnetzes kann dadurch Wasser von beiden Seiten erhalten. - Umlaufzeit
- Spielzeit.
- Umleerbehältersystem
- einheitliche und zum größten Teil genormte Behälter werden über eine hydraulisch oder pneumatisch betriebene Systemschüttvorrichtung (Lifting) in das Sammelfahrzeug umgeleert.
- Umlegungsverfahren
- die Umlegung von Grundstücken ist ein Rechtsinstrument der Bodenordnung zum Zweck der Durchführung der verbindlichen Bauleitplanung. Bei der Umlegung werden Grundstücke unter Berücksichtigung ihres Verkehrswertes ohne Wertgewinne oder -verluste ggf. mit Hilfe von Ausgleichszahlungen derart getauscht, dass eine Parzellierung entsteht, die die Realisierung der Planung ermöglicht. Umlegung ist auf freiwilliger Basis durch die betroffenen Eigentümer, jedoch auch nach BauGB §§ 45 bis 79 in eigener Verantwortung der Gemeinden durchführbar.
- Umlenkkräfte
- treten bei Kraftrichtungsänderungen auf. Im Stahlbetonbau bei Ab- und Aufbiegungen, Bewehrungsrichtungsänderung infolge Angleichung an abgeknickte oder gekrümmte Bauteilformen usw. .
- Umluft (UM)
- der Teil der Abluft, der dem Raum wieder zugeführt wird;
siehe Lüftungsanlagen. - Umlüftung
- Lüftung einer Anschlussleitung oder einer Umgehungsleitung durch Rückführung an die zugehörige Fallleitung oder an eine belüftete Grundleitung [DIN 1986-1 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke].
- Umnutzung
- im stadtplanerischen Bereich als Konversion bezeichnet, ist ein häufiger Anlass für Umbaumaßnahmen an Gebäuden. Gebäude mit offener Grundrissstruktur (Skelettbauten), d. h. mit nichttragenden Innenwänden (vgl. Leichte Trennwand), eignen sich für Umnutzungen und die damit verbundenen baulichen Veränderungen besonders gut. Bei der baulichen Umgestaltung spielen bauphysikalische Probleme (Brand-, Schall- und Wärmeschutz) häufig eine besondere Rolle.
- Umschlagstelle
- außerhalb eines Hafens zum Be- und Entladen von Schiffen bestimmter Uferbereich an einer Wasserstraße, wobei das Schiff ganz oder teilweise im Fahrwasser liegen kann.
- Umstellbrandkessel
- siehe Heizkessel.
- Umwälzpumpen
- elektrisch betriebene Heizungsumwälzpumpen haben die Aufgabe, den Umtrieb (Zwangsumlauf) des Heizwassers zu gewährleisten - getrennte Mischkreise mit unterschiedlichen Temperaturen benötigen jeweils eigene Pumpen.
- Umwehrung
- vgl. Treppengeländer.
- Umwelthaftungsgesetz (UmweltHG)
- das Gesetz regelt die Haftung für schädliche Umwelteinwirkungen durch Anlagen.
- Umweltklassen
- je nach Schädlichkeit hinsichtlich der Dauerhaftigkeit wurden die Einflüsse der Umwelt auf den Beton fünf Umweltklassen zugeordnet:
1. trockene Umgebung
2. feuchte Umgebung
3. feuchte Umgebung mit Frost und Taumitteleinwirkung
4. Meerwasserumgebung
5. chemisch angreifende Umgebung. DIN 1045-1 (Ausgabe 2000) verwendet die Bezeichnung "Expositionsklassen" und nimmt eine veränderte Einteilung vor. - Umweltschutz
- wichtiger Aufgabenbereich des Staates und der Kommunen. Er ist verankert im Strafrecht (siehe Straftaten gegen die Umwelt), im Planungsrecht (Baugesetzbuch), im Naturschutzrecht, im Bauordnungsrecht, im Wasserrecht und schließlich im Umweltrecht (z. B. Bundesimmissionsschutzgesetz, Produkthaftungsgesetz, Umwelthaftungsgesetz, Abfallgesetz und Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung).
- Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
- sie wird geregelt durch das Gesetz über die UVP (UVPG), erlassen am 12.2.1990:
(1) Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist ein unselbstständiger Teil verwaltungsbehördlicher Verfahren, die der Entscheidung über die Zulässigkeit von Vorhaben dienen. Die UVP umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen eines Vorhabens auf 1. Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft einschließlich der jeweiligen Wechselwirkungen,
2. Kultur und sonstige Sachgüter. unbelüftete Luftschicht;
Luftschicht einer Konstruktion ohne Verbindung zur Umgebungsluft. - unbewehrter Beton
- Beton, in welchen keine oder nur in begrenztem Maße, infolge konstruktiver und erfahrungsgemäßer Erfordernisse, Stahleinlagen eingebaut werden.
- undränierter Versuch
- Triaxialversuch, bei dem die Entwässerung der Probe verhindert wird. Es werden die totalen Spannungen berücksichtigt.
- Unfallverhütungsvorschriften
- von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung (den Berufsgenossenschaften) erlassene Vorschriften zum Unfall- und Gesundheitsschutz. Sie haben öffentlich-rechtliche Bindewirkung und verpflichten den Unternehmer zur Beachtung.
- Ungleichförmigkeit
- Kennwert zur Charakterisierung der Korngrößenverteilung.
- Universaldachziegel
- Bezeichnung für eine Dachziegelart, die es erlaubt, die Deckhöhe zu variieren (auch: Verschiebedachziegel).
- UNIX
- leistungsfähiges Rechner-Betriebssystem. Es besteht aus einem Kernel (Kern), dem Dateisystem und einer Benutzeroberfläche. Nur der innere Kern muss auf eine Rechnerplattform übertragen werden. Der Rest leigt als C-Quellcode vor. Daher konnte UNIX leicht auf viele Rechnerarten vom Großrechner bis zum PC portiert werden.
- Unterbau
- künstlich hergestellter Erdkörper zwischen Untergrund und Oberbau.
- Unterdach
- eine unter einer Dachdeckung aus Ziegeln oder Dachsteinen angelegte wasserableitende Ebene aus Dachbahnen auf Holzschalung. Unterdächer bieten sicheren Regenschutz und Schneesicherheit.
- Unterdecke
- nach DIN 18 168 wird unterschieden in:
- leichte Deckenbekleidung, bei der die Unterkonstruktion direkt am tragenden Deckenbauteil befestigt ist, und
- Unterdecke, deren Unterkonstruktion abgehängt ist.
Die Unterkonstruktion besteht i. d. R. aus der Grundlattung und der Traglattung. Bei Unterdecken erfolgt die Abhängung über die Grundlattung mittels höhenverstellbarer Abhänger.
siehe Abb. - Unterdrucklüftung
- Ventilator im Abluftkanal;
durch Unterdruck fließt Außenluft aus dem Freien in den Raum (Außenluftüberschuss), die Absaugung der Raumluft verhindert Übertragung von Schadstoffen, Gerüchen und dgl. in andere Räume. - unterer Heizwert
- der Heizwert Hu (früher: Unterer Heizwert) ist die Wärmemenge eines Brennstoffes, die bei der vollkommenen Verbrennung (unter genormten Bedingungen, d. h. Anfangs- und Endprodukte bei + 25 °C) frei wird und wo der bei der Verbrennung entstandene Wasserdampf im Abgas gasförmig vorliegt.
- Unterfahrung
- Herstellung eines Bauwerks (z. B. Tunnel) unter bestehenden Bauwerken. Die vorhandenen Bauwerkslasten müssen dabei ganz oder teilweise durch eine neue Gründung abgeleitet werden.
- Unterfangung
- Fundament- oder Gebäudeunterfangungen sind dann notwendig, wenn die Gründung direkt benachbarter Neubauten tiefer als die bestehenden Gründungen geführt werden soll. Je nach den örtlichen Verhältnissen sind folgende Verfahren als Alternativen in Betracht zu ziehen:
- Tieferlegung des Grenzfundaments des Altbaus auf ganzer Länge, in kurzen Abschnitten und bis auf die Sohle des Neubaufundaments. Die Grenzwand des Altbaus ist gegen Kippen abzustreben.
- Abfangung der Altfundamente in kurzen Abständen und Absetzen auf Pfähle.
- Unterfangung durch seitliche Pfähle mit Querbalken.
- Bodenverfestigung unter dem Altbau. - Unterflur-Konvektoren
- eignen sich zur Abschirmung großer, bis zum Boden reichender Fensterflächen (z. B. in Wohnräumen mit ebenerdigem Ausgang). Der bauliche Aufwand ist erheblich (Deckenabsenkung), deshalb werden Unterflur-Konvektoren nur noch als Estrich-Einbaukonvektoren (ohne / mit Gebläse) verwendet, bzw. die Abschirmung erfolgt durch Zonenrandverstärkung bei Fußbodenheizungen.
- Unterfluraufzüge
- sind vereinfachte Güteraufzüge, die zum Transport der Abfallbehälter von einem im Untergeschoss gelegenen Müllsammelraum zum Ladehof im Erdgeschoss dienen, z. B. Stoßbügelaufzüge, Baldachinaufzüge.
- Unterflurhydrant
- ein unter der Bodenoberfläche eingebauter Hydrant;
sein Standort ist in nächster Nähe gekennzeichnet. Zur Wasserentnahme ist ein Standrohr erforderlich. - Unterflurkanal-Systeme
- zur Leitungsführung im Fußbodenbereich aus verzinktem Stahlblech oder Kunststoff, durch Trennstege unterteilt;
siehe Doppelböden, Estrich-Hohlraumböden. - Unterflurkanäle
- Kanalsysteme aus verzinktem Stahlblech oder aus Kunststoff, durch Trennsteg in Stark- und Schwachstromtrassen unterteilt, werden entweder direkt auf der Rohdecke oder mit Abstand von dieser estrichbündig montiert. Passend dazu Abzweigdosen, bodenbündige Unterflur-Anschlussdosen oder Zapfsäulen (Teli-Tanks) als Überflur-Anschlussdosen.
- Untergrund
- der unmittelbar unter dem Ober- oder Unterbau angrenzende Boden bzw. Fels.