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BVMB fordert verbesserte Preisanpassungsmechanismen im Bau

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Breiter Austausch mit zentralen Auftraggebern

(30.04.2026) Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Bauwirtschaft und der öffentlichen Hand - darunter Vertreter der Autobahn GmbH, der DEGES sowie der Landesverwaltungen - hatten sich zur Frühjahrstagung des Arbeitskreises Straße/Brücke der BVMB getroffen. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen unter anderem die seit Beginn des Irankriegs dramatisch gestiegenen Preise für Baustoffe. Diese belasten die Baufirmen erheblich:

Sie haben Aufträge zu festen Preisen angenommen und sehen sich nun mit deutlich höheren Kosten für Asphalt konfrontiert, die maßgeblich auf gestiegene Bitumenpreise zurückzuführen sind. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in anderen Bereichen des Bauens ab. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette wirken sich steigende Energie-, Transport- und Beschaffungskosten aus, sodass die Belastungen die Bauwirtschaft insgesamt betreffen. "Während Hersteller ihre Preise kurzfristig an veränderte Rahmenbedingungen anpassen können, sind Bauunternehmen an vertraglich vereinbarte Festpreise gebunden. Dieser Umstand muss endlich stärker in den vertraglichen Rahmenbedingungen Berücksichtigung finden", betont Daniel Jonas, Geschäftsführer der BVMB.

Einigkeit bestand daher darin, dass die bestehenden Preisanpassungsmechanismen generell weiterentwickelt werden müssen. "Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass starke Preisschwankungen keine einmaligen Ereignisse mehr sind, sondern jederzeit bzw. häufiger auftreten können", erinnerte Jonas an eine ähnliche Problematik bei Corona oder dem Kriegsbeginn in der Ukraine.

Die Folgen der enormen Preisentwicklungen sind laut Jonas erhebliche wirtschaftliche Belastungen, Zurückhaltung bei der Angebotsabgabe oder hohe Risikozuschläge. Es drohen Projektverzögerungen und deutlich höhere Baukosten sowie Versorgungsengpässe bei Bitumen. Vertragsanpassungen seien heute in der Praxis kaum realisierbar. Die Vergabestellen hätten nur sehr begrenzte Spielräume bei der Vereinbarung von Preisanpassungsmechanismen mit den Unternehmen. Eine Preisgleitung komme in Deutschland aufgrund der hoher Anwendungsvoraussetzungen im Bau nur in Ausnahmefällen zur Anwendung. "Selbst wenn sich die Situation durch eine Öffnung der Straße von Hormus kurzfristig entspannt, werden die Auswirkungen noch über einen längeren Zeitraum spürbar bleiben", prognostiziert Jonas. Nach Überzeugung der BVMB reichen die bestehenden Instrumente nicht aus, um diesen Entwicklungen wirksam zu begegnen.

BVMB appelliert an BMWSB: Permanente Preisgleitung etablieren

Als Spitzenverband der mitteständischen Bauwirtschaft hat sich die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. jetzt mit einem offenen Brief direkt an die Bundesbauministerin Verena Hubertz gewandt. Präsident Martin Steinbrecher spricht sich darin für einen vereinfachten, breiter angelegten und permanent anwendbaren Preisanpassungsmechanismus aus, der neben Baustoffen auch Lohn- und Gerätekosten berücksichtigt. Ziel ist es, diesen als festen Bestandteil der Vertragsgestaltung zu etablieren - wie es in anderen europäischen Ländern bereits gängige Praxis ist. Zugleich appellierte der BVMB-Präsident an die Bauministerin, die interministerielle Arbeitsgruppe zur Stoffpreisgleitklausel zeitnah wieder einzusetzen, um tragfähige und praxistaugliche Lösungen für mehr Planungssicherheit am Bau zu entwickeln. Eine moderne Preisgleitung schafft Planungssicherheit, stärkt den Wettbewerb und sorgt für eine faire Risikoverteilung - davon profitieren Auftraggeber und Auftragnehmer gleichermaßen.

(Quelle: BVMB)